Casino Royale 2006
In Zusammenarbeit mit der Fleming-Familie wollte er die Geschichte in den 1960er Jahren ansiedeln mit dem noch aktuellen Bond Pierce Brosnan und seiner Lieblingsdarstellerin Uma Thurman als Gespielin. Erstmals Interesse an einer Neuverfilmung zeigte 2004 Kultregisseur Quentin Tarantino. In Konkurrenz dazu wandelte die CBS-Konzernmutter Columbia Pictures 1967 den Stoff zu einer Parodie mit David Niven als ein James Bond.
Um das Geld zurückzugewinnen, ist Le Chiffre gezwungen, im Casino Royale in Montenegro bei einem Texas-Hold’em-Pokerturnier mit hohen Einsätzen zu spielen. Le Chiffre hatte Obannos Einlage an der Börse mittels Leerverkäufen auf den Verlust des Prototyps gesetzt und nun durch Bonds Eingreifen alles verloren. Über eine Kurznachricht auf Mollakas Mobiltelefon kann Bond die Spur auf die Bahamas zu Dimitrios verfolgen, den er bis nach Miami beschattet und letztlich tötet.
Und dass Campbell mit seinem Kameramann Phil Méheux, nach den fidel-turbulenten Zorro-Filmen mit Antonio Banderas und dem elegant-effizienten Goldeneye auch anders können, nämlich hart und brutal, dazu auch mal mit Handkamera Bond zu Leibe rücken, wenn es angebracht ist, beweisen sie eindrucksvoll. Doch dafür sind zum ersten Mal die Figuren (zumindest die hauptsächlichen) echte Charaktere. Die leichte, comic-ironische Traumwelt voller exotischer Gefahren und überbordendem Luxus ist passé. Green meistert diese Aufgabe mit Bravour, und wie ausgefeilt das Buch ist, zeigt sich daran, dass man diesmal ein Bond-Girl ungeschminkt erlebt, beim Herrichten vor dem Spiegel, wo sie noch viel schöner ist und so den Luxusvamp zu der Wunschvorstellung degradiert, den vor allem die Bond-Filme immer konstruiert haben.